D - E - Krebs von A - Z (Glossar)

D

DES
Abkürzung für Diethylstilbestrol, weibliches Geschlechtshormon, das in den fünfziger Jahren bei schwangeren Frauen angewendet wurde. Es führte bei
den Töchtern dieser Frauen häufig zu Gebärmutterhalskrebs.

Desoxyribonukleinsäure
siehe DNS/DNA.

Diagnose
Erkennung und Benennung einer Krankheit.

Dichtegradientenzentrifugation
Labormethode, durch die verschiedene Zellen, Zellteile oder Moleküle voneinander getrennt werden können.

Differentialdiagnose
Unterscheidung zwischen mehreren ähnlichen Krankheitsbildern.

Disease-Management Programm (DMP)
Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte, qualitätsgesicherte Behandlungsprogramme für chronische Krankheiten wie Diabetes oder Brustkrebs. Daher werden sie oft auch als Chroniker-Programme bezeichnet. Ziel dieser Programme ist es, ein umfassendes und qualitätsgesichertes Betreuungskonzept für jeden teilnehmenden Patienten zu entwickeln. Es soll sowohl den ambulanten als auch den stationären Bereich umfassen und von der Diagnose bis zur Reha reichen.
In Schleswig-Holstein haben Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigung und Krankenhausgesellschaft einen Vertrag über die Einführung eines landesweiten Behandlungsprogramms für Brustkrebs geschlossen, der im Juli 2004 in Kraft getreten ist. Rund 300 niedergelassene Ärzte und acht klinische Brustkrebszentren haben ihre Qualifikation nachgewiesen und dürfen seitdem die Behandlung gemäß den anerkannten Leitlinien des bundesweiten Fachausschusses anbieten. Alle an Brustkrebs erkrankten Frauen, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und bei denen die Diagnosestellung nicht länger als fünf Jahre zurückliegt, können sich für eine Teilnahme am DMP-Brustkrebs entscheiden. Die Teilnahme ist für sie, genau wie für Ärzte und Krankenhäuser freiwillig.
Die Betreuung der Patientinnen erfolgt während der Teilnahme an dem Programm durch einen betreuenden DMP-Arzt. Dieser koordiniert die Behandlung anhand anerkannter Leitlinien und erstellt gemeinsam mit den beteiligten Fachärzten (wie z.B. Gynäkologen, Chirurgen und Radiologen) einen individuellen Versorgungsplan. Durch gezielte, patientinnenorientierte und qualitativ gesicherte Informationen sollen die Frauen zudem in die Lage versetzt werden, selbst aktiv am Behandlungsprozess mitzuwirken. Zusätzliche Unterstützung erhalten die Patientinnen durch die enge Zusammenarbeit der Ärzte mit Beratungsstellen und Selbsthilfeeinrichtungen.
Die Qualität der Behandlung ist im DMP-Programm nicht zuletzt dadurch sichergestellt, dass alle beteiligten Ärzte jährlich an mindestens zwei speziellen Fortbildungen teilnehmen müssen und das Versorgungsgeschehen regelmäßig dokumentiert wird. Jedes teilnehmende Brustzentrum muss außerdem nachweisen, dass es jährlich mindestens 100 Brustkrebsoperationen durchführt. Dadurch sollen sich die operativen Standards verbessern und der Anteil der brusterhaltenden Operationen weiter erhöht werden.
Eine Liste der am DMP teilnehmenden Ärzte und Brustkrebs-Zentren erhalten Versicherte in den Geschäftsstellen ihrer Krankenkasse.

Text:
SHKG
Infotipp:
Lesen Sie hier den vollständigen Vertragstext des DMP Brustkrebs in Schleswig-Holstein.
Linktipp:
Die DMP-Infosite der AOK

DNA oder DNS
Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, eines der beiden informationsspeichernden Makromoleküle, die in allen Zellen vorkommen; das andere wird RNA/RNS genannt. Sie sind Träger der Erbinformation und steuern die zentralen biologischen Lebensvorgänge aller Organismen.

Dumping-Syndrom
Beschwerden, die nach einer Magenoperation auftreten können und mit Störungen der Kreislauffunktion und Hauterscheinungen verbunden sind.
Symptome treten vor allem in Zusammenhang mit den Mahlzeiten auf.

E

Elektronenmikroskop
Optisches Instrument, mit dem Zellstrukturen und noch kleinere Strukturen bis zu 300.000-fach vergrößert werden. Funktioniert, indem durch Elektronenstrahlen die Bilder auf speziellen fluoreszierenden oder fotografischen Platten dargestellt werden.

Elektrophorese
Technische Trennung verschiedener Substanzen nach Richtung und Geschwindigkeit ihrer Wanderung im elektrischen Feld.

Endonukleasen
Enzyme, die DNA und RNA zertrennen können.

Endoskop
Optisches Instrument, mit dem Hohlorgane – zum Beispiel Blase oder Magen – von innen angeschaut werden können.

Entspannung
Entspannung ist für jeden von uns wichtig. Zu einem Leben, das Anstrengung und Mühen verlangt, gehören Phasen der Ruhe und Erholung. Fehlen diese, so kann das zu einer Überforderung unseres Körpers führen und sich schädigend auswirken.

Nach den Strapazen einer Krebsbehandlung ist es für die Patientinnen und Patienten wichtig, wieder zu Kräften zu kommen und langsam zurück zu sich selbst zu finden. Ein gezieltes Entspannungstraining kann ihnen dabei helfen. Es erhöht gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden, steigert die körpereigenen Abwehrkräft und ist außerdem ein gutes Mittel gegen Angstgefühle.

Es gibt viele unterschiedliche Entspannungsverfahren, die gezielt erlernt werden können, wie z.B. das Autogene Training, meditative Verfahren, Biofeedback oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Gute Entspannungserfolge werden auch mit Visualisierungsübungen (z.B. nach Simonton), Tai Chi, Qi Gong oder Feldenkrais erzielt. Diese Methoden beruhen zwar auf unterschiedlichen Vorgehensweisen, führen aber zu ähnlichen Ergebnissen. Ihr Ziel ist die bewusste Entspannung.

Die am weitesten verbreiteten und am besten erforschten Methoden der Entspannung sind das in Deutschland in den 20er Jahren von J.H. Schulz entwickelte Autogene Training (AT) und die aus Amerika stammende Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Beide Methoden gelten als in ihrer Wirkung gut erforscht.

Tipp:
Neben den Anbietern, die Sie auf dem Krebswegweiser Schleswig-Holstein finden, bieten die meisten Volkshochschulen Kurse in unterschiedlichen Entspannungstechniken an. Ein Verzeichnis aller Volkshochschulen im Bundesland finden Sie hier.

Enzyme
Eiweißstoffe, die Stoffwechselreaktionen steuern.

Ergotherapie
„Beschäftigungstherapie“; wird häufig in Nachsorgekliniken eingesetzt. Durch sinnvolle, kreative Beschäftigung gelingt es vielen Tumorpatienten und -patientinnen, psychische Probleme besser zu bewältigen und so ihre Erkrankung leichter zu verarbeiten.

Erythropoietin
Wachstumsfaktor zur Bildung von roten Blutkörperchen.

Ewing-Sarkom
Knochentumor, der immer im Knochenmark entsteht, meistens in den langen Röhrenknochen.

Exfoliativzytologie
Mikroskopische Untersuchung von Körperzellen, die von Oberflächen innerhalb des Körpers abgenommen wurden; zum Beispiel Pap-Test.

Experimentelle Modelle
Werden im Labor aufgestellt und sollen vorhersagen helfen, wie die Ergebnisse von Experimenten mit Menschen ausfallen. In der Regel Versuche an Zellkulturen oder Tieren, mit denen chirurgische Verfahren oder Medikamente getestet werden. Damit sagt man Wirkungen und Nebenwirkungen beim Menschen voraus.

Exzision
Ausschneidung; operative Entfernung eines Körperteils oder Tumors.

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