F - H - Krebs von A - Z (Glossar)

F

Feinnadelbiopsie
Risikoarmes, einfaches Biopsieverfahren (Biopsie), bei dem mit einer sehr dünnen Nadel Gewebe zur zytologischen (Zytologie) und histologischen (Histologie) Untersuchung entnommen wird. Dieses Verfahren wird häufig bei tastbaren Knoten angewendet.

Fernmetastasen
Tumorzellen, die auf dem Blut- oder Lymphweg in andere Organe als das ursprünglich betroffene Organ gestreut und sich dort angesiedelt haben.

Fibroblasten
Zellen, die das Bindegewebe aufbauen.

Fluor
Fluor-Isotop, wird als Marker bei Röntgen-Untersuchungen verwendet.

Fokal
Von einem Herd ausgehend.

Früherkennung
Maßnahmen, um Krebs so früh wie möglich zu erkennen. Jeder sollte einmal im Jahr zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung gehen. Das deutsche Krebsfrüherkennungsprogramm sieht vor: bei Frauen über 20 Jahren werden die Geschlechtsorgane untersucht, ab 30 auch Brust und Haut, und ab 45 zusätzlich Enddarm und Dickdarm. Bei Männern über 45 werden die äußeren Geschlechtsteile, Dickdarm, Prostata und Haut untersucht.

G

Gamet
Fortpflanzungsreife männliche oder weibliche Geschlechtszelle (auch Keimzelle), die Samen- oder Eizelle.

Gammastrahlen
Elektromagnetische Strahlen mit extrem kurzer Wellenlänge, z. B. Röntgenstrahlen.

Gastroskopie
Magenspiegelung. Untersuchungsmethode der Magenschleimhaut. Dazu wird ein Schlauch (Endoskop), der mit einer Lichtquelle versehen ist, durch den Mund in den Magen eingeführt. Es besteht auch die Möglichkeit, Gewebe zu entnehmen (siehe Biopsie).

G-CSF,GM-CSF
Wachstumsfaktoren zur Bildung bestimmter Leukozyten.

Gefrierschnitt
Biopsiertes Gewebe wird durch Trockeneis eingefroren und dann zur mikroskopischen Untersuchung in hauchdünne Scheiben geschnitten. Wird angewendet, wenn während einer Operation sofortige Gewebeanalysen nötig sind.

Gen
Gene sind die Erbanlagen, die auf den Chromosomen der Zellkerne als Informationseinheiten angeordnet sind.

Genom
Die Gesamtheit der genetischen Information, die in einer Zelle enthalten ist, der Chromosomensatz einer Zelle.

Gentherapie
Behandlungswirksame Erbinformation (Gen) wird in die Tumorzelle eingeschleust. Die Gentherapie befindet sich im Anfangsstadium und man kann in absehbarer Zeit mit keinen Behandlungserfolgen rechnen.

Gesprächstherapie
In Form von Gruppen- oder Einzelgesprächen von einem Psychologen oder Arzt durchgeführte Therapieform, bei der die Patienten und Patientinnen ihre Ängste aussprechen können und gemeinsam mit dem Therapeuten nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Gestagene
Hormongruppe, die für die Vorbereitung und Erhaltung der Schwangerschaft von Bedeutung sind; werden in den Eierstöcken (Ovarien) produziert.

Gestation
Oberbegriff für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Glioblastom
Häufigster bösartiger Hirntumor.

Gliom
Tumor, der aus dem Binde- und Stützgewebe des Nervensystems hervorgeht.

Grading
Beurteilung des Differenzierungsgrades von bösartigen Tumoren (GX = Differenzierungsgrad kann nicht bestimmt werden bis G4 = undifferenziert). Je höher die Gradzahl, umso höher ist die Malignität = Bösartigkeit.
Vgl. auch Staging.

Granulocyten
Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die für die Infektionsabwehr zuständig sind.

Gray
Maßeinheit für die Bestrahlungsdosis.

H

Haemocculttest
Test, um evtl. im Stuhl verborgenes, nicht sichtbares Blut nachzuweisen.
Dient der Darmkrebsfrüherkennung.

Heilung
Vollständige Beseitigung eines Krankheitszustandes. In der Krebstherapie bedeutet dies Fünfjahresheilung, das ist Krankheitsfreiheit 5 Jahre nach Durchführung der Therapie.

Hepatom
Jede Art von Lebertumor.

Herceptin
Antikörper = Medikament zur Behandlung von Frauen, die an metastasierten Brustkrebs erkrankt sind. Vorraussetzung: Nachweis einer Überproduktion des Onkogens HER2/neu oder dessen Produkt. Nachweis erfolgt über einen Test. Nur bei 25–30 % aller Patientinnen wird eine Überproduktion des Onkogens nachgewiesen.

Heteroploid
Die nicht-korrekte Anzahl von Chromosomen in einer Zelle.

Heterotransplantation
Transplantation von Gewebe zwischen verschiedenen Spezien.

Histologie
Lehre von den Geweben des Körpers. Bei der histologischen Untersuchung wird das entnommene Gewebe auf seine einzelnen Bestandteile untersucht; sie dient damit der Diagnose oder Differentialdiagnose bei Verdacht auf einen Tumor.

Hodgkinsche Krankheit
Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose, Krebserkrankung, die primär das Lymphgewebe und andere Gewebe angreift, die für die Infektabwehr wichtig sind.

Homotransplantation
Transplantation von Gewebe zwischen Individuen einer Spezies.

Hormone
Vom eigenen Körper in Drüsen produzierte Botenstoffe, die über die Blutbahn an ihr Erfolgsorgan gelangen, da an bestimmten Stellen anlegen (Hormonrezeptoren). Dort regeln sie Vorgänge wie Wachstum, Geschlechtsverhalten (Östrogen) oder den Stoffwechsel von Nahrungsmitteln.

Hormonrezeptoren
Anlegestelle für Hormone an der Zelle. Sind an einem Tumorgewebe diese Anlegestellen nachweisbar, so ist dieses Gewebe wahrscheinlich für dieses Hormon empfindlich. Diese Empfindlichkeit wird bei der Hormontherapie genutzt.

Hormontherapie
Behandlung mit Hormonen, wird bei der Krebstherapie mit anderen Verfahren kombiniert.

Hospize, stationäre
Hospize sind eigenständige Einrichtungen für unheilbar Kranke mit geringer Lebenserwartung, die nicht mehr zu Hause versorgt werden können und im Krankenhaus nicht mehr sinnvoll behandelt werden können. Es ist die Grundhaltung der Hospize, sterbenden und trauernden Menschen Annahme und Geborgenheit zu vermitteln. Dementsprechend verfolgen sie das Ziel, für die Erkrankten in der letzten Phase ihres Lebens bestmögliche Lebensqualität zu erreichen. Zum ganzheitlichen Anspruch der Hospize an die Betreuung der Schwerkranken gehören eine angenehme räumliche Atmosphäre und ein hohes Maß menschlicher Zuwendung genauso wie die umfassende palliativmedizinische Behandlung und Schmerztherapie, die Pflege sowie eine psychologische und spirituelle Begleitung. Auch die Angehörigen sind aktiv eingebunden.

Text:
Anja Pfaff, Flensburg

Hospizdienste, ambulante
Hospizdienste betreuen die Patienten nach ihrem ganzheitlichen Anspruch zu Hause. Die Angebote können je nach Hospizdienst sehr unterschiedlich sein. Meist bieten sie Gespräche und psychosoziale Begleitung an, während die Pflege von anderen Einrichtungen (z.B. Pflegediensten, Sozialstationen) übernommen wird. Ambulante Hospizdienste sind teilweise an ein stationäres Hospiz angeschlossen, so dass auch der Arzt des Hospizes als Ansprechpartner, beispielsweise bei Fragen zur Schmerztherapie, zur Verfügung steht.

Text:
Anja Pfaff

Humorale Immunität
Form der Immunität, die durch Antikörper bewirkt wird, die in den Körperflüssigkeiten zirkulieren.

Hypophysektomie
Chirurgische Entfernung der Gehirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Hypothese
Eine Vermutung, die auf Vernunftschlüssen basiert und noch nicht bewiesen ist.

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