S - Krebs von A - Z (Glossar)

S

Sarkom
Bösartiger Tumor, der im Bindegewebe entsteht, zum Beispiel in Sehnen,
Muskeln, Fett und Knochen.

Schmerzen / Umgang mit Schmerzen
Keine oder nur geringe Schmerzen zu haben, bedeutet für Patienten eine hohe Lebensqualität. Der Bereich der Schmerzbekämpfung hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, so dass heute eine sehr hohe Wirksamkeit erreicht wird. Bei ca. 97 % aller Krebspatienten können die Schmerzen mittlerweile befriedigend gelindert oder sogar ganz beseitigt werden.

Speziell ausgebildete Schmerztherapeuten übernehmen in der Regel die Dosierung der Schmerzmittel. Für den Schmerztherapeuten kann es hilfreich sein, wenn ein Schmerztagebuch geführt, also festgehalten wird, wo im Körper der Schmerz liegt, wie stark er ist (Skala 1-10), zu welchem Zeitpunkt er auftritt und wie er charakterisiert werden kann (z. B. scharf, stechend, brennend, drückend etc.).

Welche Schmerzmittel verabreicht werden, hängt von der Art der Schmerzen ab. Die Medikamente werden in der Regel nach einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeiteten Stufenplan verabreicht:

Stufe 1: Bei schwachen bis mäßigen Schmerzen genügen nicht-opiathaltige Schmerzmittel. Dazu gehören beispielsweise die Substanzen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Metamizol, Diclofenac und Ibuprofen. Einige dieser Wirkstoffe sind nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend.

Stufe 2: Bei schweren Schmerzen werden schwache Opioide verschrieben, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Tilidin, Tramadol, Codein oder Dihydrocodein. Zusätzlich können die unter Stufe 1 genannten Wirkstoffe zum Einsatz kommen.

Stufe 3: Bei schwersten Schmerzen helfen starke Opioide, wie beispielsweise Morphium, Buprenorphin oder Fentanyl. Sie werden meist als Tabletten, Tropfen, Pflaster oder über eine Infusion verabreicht. Auch hier können zusätzlich die unter Stufe 1 genannten Mittel eingesetzt werden.

Häufig besteht die Angst, dass der Patient bei der Einnahme von Opioiden süchtig wird. Diese Angst ist jedoch unbegründet, insbesondere wenn die Mittel regelmäßig nach dem vom Arzt vorgegebenen Zeitplan eingenommen werden. Bei gleichmäßig hohem Spiegel der Wirksubstanz entfällt nämlich der Mechanismus, der Glücks- und damit Suchtgefühle auslöst.

Auch die dämpfende Wirkung, die Opioiden zugeschrieben wird, verschwindet in der Regel nach den ersten Tagen der Behandlung, so dass der Patient seine Schmerzfreiheit ohne Einschränkung des Bewusstseins erleben kann. In den letzten Tagen des Lebens ist übrigens der Stoffwechsel weniger aktiv. Aus diesem Grund benötigt der Patient oft auch weniger Schmerzmittel.

Zusätzlich zu den Schmerzmitteln verschreibt der Arzt eventuell auch so genannte adjuvante, also unterstützende Medikamente. Diese ergänzen die Schmerztherapie und lindern Beschwerden, die im Zusammenhang mit den Schmerzen stehen, diese auslösen oder verstärken. Weiterhin werden zusätzlich zu Opioiden, die verstopfend wirken, meist Abführmittel verschrieben.

Ergänzend gibt es eine Vielzahl von Methoden, die Schmerzen lindern können, beispielsweise Akupunktur, physikalische Behandlungen, Entspannungsverfahren und viele mehr. Inwieweit eine Unterstützung durch solche Verfahren sinnvoll ist, sollte im Einzelnen mit dem Arzt bzw. dem Schmerztherapeuten besprochen werden.

Leidet der Patient trotz Schmerzbehandlung weiter an starken Schmerzen oder den Nebenwirkungen der Schmerzmittel, sollte erneut der Arzt hinzugezogen oder eine zweite medizinische Meinung eingeholt werden.

Text: Anja Pfaff, Flensburg

Linktipps:
Krebsinformationsdienst Stichwort „Schmerz“

Janssen-Cilag - Schmerznetz.de

Hotline:
Informationsdienst Krebsschmerz
des Krebsinformationsdienst
am Deutschen Krebsforschungszentrum
06221/42-2000
Mo-Fr 8-20 Uhr

Sekret
Ausscheidungen z. B. von Drüsen, die bestimmten Zwecken dienen (z. B.
Speichel, Magensaft, Galle).

Selbstfürsorge
Die Diagnose Krebs stellt Betroffene und Angehörige vor eine neue Lebenssituation, die viele Veränderungen mit sich bringt. Sorgen und Ängste über den Verlauf und die Behandlung der Erkrankung sowie körperliche Beeinträchtigungen können eine große Belastung darstellen. In Zeiten solcher Krisensituationen benötigen viele Menschen Hilfestellungen bei der Entdeckung und Aktivierung eigener Ressourcen, um einerseits den Anpassungsprozess zu unterstützen und andererseits mit den Folgen der veränderten Lebensbedingungen zurechtzukommen.

Wir besitzen die Fähigkeit, in Krisensituationen mit all unseren im Laufe des Lebens gesammelten Erfahrungen und Fertigkeiten zu reagieren. Diese Bewältigungsmechanismen zeigen sich auf allen Ebenen unseres menschlichen Verhaltens (körperlich, emotional, kognitiv, sozial) und stellen unser Kraftpotential dar, mit dem wir auf schwierige Situationen reagieren. Je schwerer und langanhaltender die Belastung ist, desto stärker werden die Kraftquellen beansprucht. Die Ressourcen, d.h. die gesunden und gesundheitsfördernden Anteile, sind individuell verschieden ausgeprägt und verfügbar. Jedoch können Ressourcen gezielt aktiviert werden und somit zur Verbesserung der Bewältigungsstrategien in schweren Lebenssituationen beitragen.

Im Rahmen einer Krebserkrankung werden die eigenen Kraftquellen über einen längeren Zeitraum besonders beansprucht. Häufig rückt das Thema Krebs in den Mittelpunkt, so dass andere Themen und Ereignisse, die angenehm sind, gut getan oder Kraft gegeben haben, in den Hintergrund treten und vernachlässigt werden. Diese Erlebnisse sind jedoch ganz entscheidend für das Wohlbefinden und die Ressourcenaktivierung. Nicht selten beschreiben Betroffene und Angehörige Symptome der Erschöpfung und Kraftlosigkeit aufgrund der anhaltenden Belastungssituation. Das zur Verfügung stehende Energiepotential ist ausgeschöpft und bedarf der Wiederbelebung und Pflege.

In diesem Sinne dient die Selbstfürsorge der Bewusstmachung eigener Stärken und Energiequellen, um diese wirksam für die Bewältigung der aktuellen Lebenssituation zu nutzen, das Wohlbefinden positiv zu beeinflussen und die Selbstheilungskräfte zu stärken, was sich günstig auf den Verlauf der Erkrankung auswirken kann. Zusätzlich soll das Gesundheitsverhalten gefördert und die Selbstwirksamkeit gesteigert werden. Inhaltliche Schwerpunkte der Selbstfürsorge sind:

    • Wahrnehmungsfocussierung und Aufmerksamkeitslenkung
    • Genussorientierung
    • Förderung der Entspannungsfähigkeit als Ausgleich zur Leistungsanforderung
    • Standortbestimmung, angemessene Aktivitäteneinteilung
    • Realistische Zielsetzungen, Wertschätzung kleiner Schritte
    • Gedanken und Gefühle konstruktiv gestalten
    • Phantasiereisen, Imaginationen und Körpererfahrung.

Text: Dipl.-Psych. Kirsten Teren (Tumorzentrum Kiel)

Selbsthilfe
In Selbsthilfegruppen finden sich Betroffen zu einem regelmäßigen Gesprächskreis zusammen, der dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch dient. Viele Initiativen haben bestimmte Schwerpunkte gesetzt, etwa bezüglich der Erkrankungsart oder ihrer geographischen Reichweite. Christa Hentschel, Vorsitzende des Landesverbandes Frauenselbsthilfe nach Krebs Schleswig-Holstein/Hamburg, erläutert im folgenden Text, was Selbsthilfe leisten kann:

„Ich denke das Motto der Frauenselbsthilfe nach Krebs „auffangen – informieren – begleiten“ kann der Grundgedanke jeder Selbsthilfegruppe sein.
In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die ein gemeinsames Schicksal vereint. Dort finden Sie Betroffene, die wie Sie, die Diagnose Krebs mit all der damit verbunden Angst, Verzweiflung und Einsamkeit erfahren haben und deshalb viel Verständnis für Ihre Fragen und Nöte aufbringen können.
Eine Gruppe setzt sich zusammen aus Krebskranken, ob Darm- oder Brustkrebs, ob Leukämie oder Hautkrebs, ob jung oder alt, ob reich oder arm. Kurz die unterschiedlichsten Menschen mit vielen unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten kommen zusammen zur gemeinsamen Krankheitsbewältigung und prägen die Gruppe. So vielfältig wie die Menschen der Gruppe, sind auch die Angebote in den einzelnen Gruppen. Einige Beispiele von dem was Sie in der Gruppe erwarten können, möchte ich Ihnen vorstellen.

    • Die Gruppen laden Krebskranke zu Einzelgesprächen und Gruppentreffen ein.
    • Sie beraten am Telefon oder machen Besuche im Krankenhaus.
    • Sie helfen, wo Hilfe erwünscht ist und geben Anregungen zur Selbsthilfe.
    • Auch Unternehmungen wie Ausflüge, Theaterbesuche, Sport oder nur mal gemeinsam Essen gehen stehen auf dem Programm vieler dieser Gruppen.
    • Denn es ist auch das Ziel, wieder Freude am Leben zu vermitteln.

Regelmäßige Gruppentreffen geben den Betroffenen die Gelegenheit, sich untereinander auszusprechen und ihre Erfahrungen auszutauschen. Sie fühlen, dass sie in diesem Kreis akzeptiert und verstanden werden – dass hier jeder jedem beisteht und ihm hilft, die neue Lebenssituation zu meistern.
Rat geben und Rat suchen, beides kennzeichnet die Arbeit der Selbsthilfe. Wir geben oft Rat aus eigenem Erleben und den eigenen Erfahrungen. Wir suchen aber auch Rat bei Ärzten, Therapeuten, Psychologen und Seelsorgern, Ernährungsberatern, so wie bei Experten aus dem Versicherungs- und Sozialwesen oder aus dem Sanitätsbereich, die wir für Vorträge zu Themen von allgemeinem Interesse einladen. Aber immer bleibt Zeit für die Beantwortung ganz persönlicher wichtiger Fragen und zum Gedankenaustausch.
Die Diagnose Krebs ist ein Schock, man kann vieles weder verstehen noch einordnen. Die Krankheit bedeutet einen Sturz aus dem bisherigen Leben in eine Ungewissheit. Fragen über Fragen stürzen auf uns ein:

Wie geht mein Leben weiter? Welche Therapie gibt es? Für welche soll ich mich entscheiden? Bin ich in richtigen Händen? Was kann ich zu meiner Heilung beisteuern? Steht mir eine Rehabilitation zu? Wenn ja, wo finde ich eine geeignete Einrichtung? Kann ich wieder in das Berufsleben zurück oder bekomme ich Rente?
Diese und viele andere Fragen versuchen wir gemeinsam zu lösen.
Haben Sie Mut, besuchen Sie ein oder zweimal eine Gruppe in Ihrer Nähe und entscheiden Sie dann, ob das der richtige Weg für Sie sein könnte.“

Selbstsicherheitstraining für Krebspatienten und –patientinnen (Training Sozialer Kompetenzen)
Häufig ist es schwierig, im Umgang mit anderen Personen die eigenen Bedürfnisse deutlich zum Ausdruck zu bringen. Gerade in einer belastenden und verunsichernden Lebenssituation, wie eine Krebserkrankung sie darstellt, fällt dieses besonders schwer, ist aber umso wichtiger. Dieses betrifft beispielsweise den Umgang mit belastenden Fragen anderer, Gespräche mit Ärzten, den Umgang mit der Erkrankung am Arbeitsplatz.

Aus diesem Grunde ist es für viele Betroffene hilfreich, soziale Ängste und Hemmungen abzubauen und angemessene Verhaltensweisen zu erlernen, um so die Selbstsicherheit zu verbessern.

Eine Möglichkeit, das zu erreichen, besteht in der Teilnahme an verhaltensorientierten Gruppenangeboten zum Training sozialer Kompetenzen. Durch das aktive Üben verschiedener Situationen im Rollenspiel lernen die Gruppenmitglieder in einem geschützten Rahmen

    • Kontakte aufzunehmen und befriedigend zu gestalten
    • eigene Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren
    • eigene Rechte durchzusetzen
    • „nein“ zu sagen bzw. Grenzen zu setzen.

Die positiven Erfahrungen aus den Rollenspielsituationen wirken dann auch günstig auf die emotionale (Gefühle) und die kognitive Ebene (Gedanken). In einer zukünftigen, realen Situation kann die betreffende Person schließlich auf o.g. Erfahrungen zurückgreifen, was sich wiederum stärkend auf die Selbstsicherheit auswirkt.

Text: Dipl.-Psych. Karin Dolan (Tumorzentrum Kiel)

Serum
Der klare Anteil jeder Körperflüssigkeit, die von ihren Zellbestandteilen getrennt wurde. Bezieht sich in der Regel auf das Blutserum, die Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn man Blutkörperchen und Gerinnungsproteine entfernt hat.

Silikonimplantat
Wenn die Brustrekonstruktion nicht ausreichend mit körpereigenem
Gewebe durchgeführt werden kann, werden künstliche Einsätze (Implantate)
zur Füllung und Formung des Brustkörpers verwendet. Das Füllmaterial
Silikon gilt als besonders elastisch und haltbar.

Somatische Zelle
Jede Körperzelle, die keine Ei- oder Samenzelle ist.

Sonographie
Ultraschalluntersuchung; bildgebendes Verfahren, bei dem energiereiche
Schallwellen durch Gewebe, Tumore, Blutgefäße oder Knochen in unterschiedlicher Weise reflektiert werden; kann auch in Kombination mit anderen
Verfahren (Mammographie) zur Diagnose oder zur Verlaufsbeobachtung
eingesetzt werden.

Soziale Leistungen für Krebspatienten
Neben der medizinischen Behandlung der Krebserkrankung treten bei vielen Patientinnen und Patienten finanzielle, berufliche oder familiäre Fragen auf. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sozialdienstes der Krankenhäuser, der Reha-Kliniken und der Beratungsstellen können Sie sich erkundigen über:

Soziale Hilfen

    • Anschlussheilbehandlung, Nach- oder Festigungskur.
    • Haushaltshilfen, häusliche Pflege und Leistungen der Pflegeversicherung.
    • Schwerbehindertenausweis und damit verbundene Nachteilsausgleiche.
    • Finanzielle Hilfen durch den Härtefonds der Deutschen Krebshilfe und anderer Organisationen.

Kassenleistungen

    • Fahrtkostenregelung bei ambulanter Chemo- und Strahlentherapie.
    • Zuzahlungen für Arznei- Heil- und Hilfsmittel
    • Belastungsgrenzen (Quittungen sammeln!)

Beruf

    • Lohnfortzahlung, Krankengeld und Überbrückungsgeld.
    • Berufliche Wiedereingliederung und Rehabilitationsmöglichkeiten.
    • Arbeitslosengeld und Sozialhilfe.
    • Erwerbsminderungsrente und Altersrente.

Patientenrechte

    • Widerspruchsmöglichkeiten gegen Bescheide aus o.g. Verwaltungsakten.
    • Ihren Anspruch auf Einsicht in Ihre Patientenunterlagen.
    • Ihre Möglichkeiten bei Behandlungsfehlern.
    • Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht

Sonstiges

    • Rehabilitationssport „Sport nach Krebs“.
    • Psychosoziale oder psychotherapeutische Unterstützung.
    • Selbsthilfegruppen

Text: Doris Scheib, Konkret e.V., Flensburg

Broschürentipp:
Deutsche Krebshilfe e.V., Wegweiser zu Sozialleistungen
Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V., Soziale Informationen

Spezifität
In der Immunologie die Gesamtheit aller Eigenschaften, die für eine Materie
kennzeichnend ist. Auch das Ausgerichtetsein auf etwas Bestimmtes.

Spontanremission
Hiervon spricht man zum einen, wenn sich ein bösartiger Tumor spontan, ohne dass eine Therapie erfolgt ist, ganz oder teilweise, vorübergehend oder dauerhaft zurückbildet. Von Spontanremission spricht man auch, wenn dieser Krankheitsverlauf sich durch eine eingeschlagene Behandlung nicht schlüssig erklären lässt. Die Spontanremission wird auch als „unerwartete Genesung“ bezeichnet. Diese Fälle sind jedoch relativ selten (20–30 Fälle weltweit pro Jahr). Es gibt Krebserkrankungen, bei denen diese Spontanremissionen besonders häufig beobachtet werden, so z. B. beim kindlichen Neuroblastom, dem Melanom, dem Lymphom und dem Nierenzellkarzinom.

Sport nach Krebs
Regelmäßige Bewegung in der Krebsnachsorge kann den Gesundungsprozess unterstützen.
Sport hilft den Patienten, ihre allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen und stärkt ihr Immunsystem. Auch das psychische Wohlbefinden wird positiv beeinflusst, Stress wird schneller abgebaut. Nach der Therapie machen Krebspatienten zumeist in der Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung erstmals wieder Erfahrungen mit Sport und Bewegung. In der ambulanten Nachsorge bieten sich ihnen dann die Möglichkeiten, entweder aus eigener Initiative wieder sportlich aktiv zu werden oder sich einer Krebssportgruppe anzuschließen.

Sportlich aktive Menschen finden meist ohne Hilfe zurück zum gewohnten Sport. Besonders gut eignet sich für diese Personen ein maßvolles Ausdauertraining. Leistungssport oder gar Überforderung könnten dagegen einen gegenteiligen Effekt auf die Gesundheit haben. Langsames Ergometertraining oder Wandern sind am Anfang ebenso gut wie Schwimmen mit ruhigen, gleichmäßigen Zügen.
Das spezielle Kursprogramm „Sport in der Krebsnachsorge“ ist dagegen auch für diejenigen gedacht, die noch nie oder seit langer Zeit keinen Sport mehr getrieben haben. Die Gruppen werden von ausgebildeten Übungsleitern betreut. Das können Physiotherapeuten oder Sportpädagogen mit einer Zusatzqualifikation „Sport nach Krebs“ sein. Sie passen ihr Angebot jeweils den besonderen Bedürfnissen an, welche sich bei den einzelnen Gruppenteilnehmern z.T. aufgrund ihrer unterschiedlichen Tumorerkrankungen ergeben. Die Schwerpunkte in diesen Sportkursen liegen auf Bewegung, Spiel und Spaß, Körperwahrnehmung und Koordination. Ziel ist es, nach Funktionsbeeinträchtigungen, wie sie z.B. nach einer Brustkrebsoperation im Schultergürtel auftreten können, die Beweglichkeit wieder zu verbessern und die Patienten mit ihrem von der Krebstherapie veränderten Körper vertraut zu machen. Ein regelmäßiges Training bewirkt außerdem, dass die Patienten weitaus seltener über die so genannte Fatigue klagen – ein chronischer Erschöpfungszustand, der häufig mit einer Krebserkrankung einhergeht. Im Gegensatz zu der eher passiven Rolle in der onkologischen Nachsorge empfinden die Betroffenen es als sehr wertvoll, in den Sportgruppen aktiv etwas für ihre Gesundheit tun zu können. Im Schutz der homogenen Gruppe gewinnen die Betroffenen an Lebensqualität und können ihr Selbstwertgefühl steigern.


Sport in der Krebsnachsorge ist als Rehabilitationssport anerkannt und verordnungsfähig. Der Patient und der betreuende Arzt stellen auf einem einheitlichen Formular einen Antrag auf Rehabilitationssport (Muster 56 unter anderem erhältlich bei den Krankenkassen), der bei der Krankenkasse zur Genehmigung einzureichen ist. Analog zu den Herzsportgruppen beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an der Vergütung. Die ärztliche Verordnung enthält Angaben zur Diagnose und Funktionseinschränkungen sowie zur Anzahl und Dauer der Übungsstunden. Es werden in der Regel 50 Übungsstunden in 18 Monaten verordnet.

Text: SHKG

Broschüre:
Deutsche Krebsgesellschaft, Sport und Krebs, 2. überarbeitete Aufl., 2002.
(erhältlich in der Geschäftsstelle der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft)

Stadieneinteilung (Staging)
Bezeichnet die Größe, die Ausbreitung eines bösartigen Tumors sowie die
Anzahl der befallenen Lymphknoten.

Stammzellen
So genannte Vorläuferzellen aller Blutzellen.

Stammzelltherapie
Man unterscheidet zwischen allogener und autologer Stammzelltherapie:
Bei der allogenen Stammzelltherapie stammen die transplantierten Stammzellen von einer anderen Person, wohingegen bei einer autologen Stammzelltherapie die Zellen von dem Patienten selbst entnommen wurden.

Stenose
Verengung von Gefäßen oder Hohlorganen (z. B. Darmstenose).

Sterbebegleitung
Sterbebegleitung kann sich in vielfältiger Weise gestalten. Je nach Anbieter steht entweder der medizinische, rechtliche, psycho-soziale oder spirituelle Aspekt der Hilfestellung im Vordergrund.
Auf der einen Seite spielt die moderne Palliativmedizin eine zentrale Rolle. Sie sorgt dafür, dass schwerkranke Menschen am Ende ihres Lebens nicht unter unerträglichen Schmerzen leiden müssen. Durch eine palliativ-medizinische Versorgung kann bei nahezu allen schwerstkranken Patienten eine deutliche Verminderung des Schmerzes bis hin zur völligen Beschwerdefreiheit erreicht werden. Ebenso sorgt sie dafür, dass seltener Atemnot und Übelkeit auftreten und Hunger und Durst des Patienten gestillt werden können.
Auf der anderen Seite begleiten Seelsorger oder Helfer von Hospizdienste und Selbsthilfegruppen die Sterbenden in der letzten Phase Ihres Lebens zu Hause, im Krankenhaus oder im Heim mit Gesprächen und emotionalem Beistand. Sie helfen sowohl den Betroffenen als auch ihren Angehörigen bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod und besprechen auf Wunsch spirituelle Fragen, wie den Sinn des Lebens.

Sterbebegleitung ist auf keinen Fall mit aktiver Sterbehilfe gleichzusetzen. Sterbehilfe ist strafbar, auch dann, wenn sie auf Verlangen des Patienten geschieht.

Text: SHKG

Literaturhinweise:
Elisabeth Kübler-Ross: Verstehen was Sterbende sagen wollen. (Droemer Knaur, 2000)
Elisabeth Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden.
(Droemer Knaur, 2001)
Anne-Marie Tausch: Gespräche gegen die Angst.
(Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1997)

Broschürentipp:
Gesundheitsberichterstattung des Bundes,
Heft 2, Sterbebegleitung (2001/2003)

Webtipp:
Grundsätze der Bundesärztekammer
zur ärztlichen Sterbebegleitung (2004)

Sterilität
Unfruchtbarkeit.

Stoma
Eine chirurgisch hergestellte Öffnung, z. B. ein künstlicher Darmausgang in der Bauchwand, der zur Ableitung des Darminhalts dient, wenn der normale Darmausgang wegen Verletzung oder Operation nicht zur Verfügung steht. In manchen Fällen wird ein Stoma nur für die Übergangszeit angelegt, während die Operationswunden innerhalb des Bauchraums heilen. In einer zweiten Operation verbindet man dann die beiden Darmenden und der normale Darmausgang ist wieder benutzbar.

Strahlentherapie
Anwendung energiereicher Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen.
Je nach Art der eingesetzten Strahlen unterscheidet man zwischen Röntgen-, Telekobalt- und Neutronentherapie.

Stress
Stress ist der Oberbegriff für Belastung. Wird diese Belastung positiv erlebt, spricht man von Eustress, wird sie negativ erlebt, spricht man von Distress oder negativem Stress. Negativ wird Stress dann empfunden, wenn der Mensch sich akut, mittelfristig oder langfristig den Anforderungen von außen (Umwelt) oder innen (eigene Anforderungen) nicht mehr gewachsen fühlt. Er fühlt sich „gestresst“.

Studien
Eine Therapie-Studie, die mit Krebspatienten durchgeführt wird, ist dazu da, neue Behandlungsmethoden zu beurteilen: Jede Studie soll bestimmte wissenschaftliche Fragen beantworten. Sie hat zum Ziel, neue und bessere Wege zu finden, an Krebs erkrankten Menschen zu helfen.

Symptom
Krankheitszeichen.

Szintigraphie
Wichtiges bildgebendes Verfahren in der Tumordiagnostik. Schwach radioaktive Substanzen (Marker) werden nach der Verabreichung kurzfristig im Gewebe gespeichert und lassen dort krankhafte Veränderungen erkennen.

Krebs von A - Z (Glossar)



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