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Mit dem richtigen Fokus durch schwere Zeiten: Beim Infoabend mit Dr. med. Bernd Schmude am 6. Februar in unserer Geschäftsstelle in Kiel erlebten 33 Gäste einen außergewöhnlich persönlichen, bewegenden und zugleich motivierenden Vortrag. Der Arzt, Krebsüberlebende und Gründer des Vereins STARK gegen KREBS e. V. sprach offen über seine eigene Krankheitsgeschichte und zeigt eindrucksvoll, welche Rolle mentale Stärke, Optimismus und aktive Lebensgestaltung im Umgang mit einer Krebsdiagnose spielen können.

Eine Diagnose – und eine Prognose von drei Jahren

1998 erhält Dr. Schmude selbst die Diagnose Mantelzell-Lymphom – ein seltener, weit fortgeschrittener und bis heute als unheilbar geltender Lymphdrüsenkrebs. Die Prognose: eine Lebenserwartung von drei Jahren. Nach zunächst erfolgreicher Therapie kommt es im Jahr 2000 zu einem Rückfall. Eine Hochdosis-Chemotherapie und eine Stammzelltransplantation werden notwendig. Heute, im Jahr 2026, steht er voller Energie auf der Bühne – als lebendiges Beispiel dafür, dass Prognosen keine festen Lebensgrenzen sein müssen. Seine Botschaft: Die mentale Einstellung kann den Weg entscheidend mittragen.

Emotionen zulassen, Zuversicht trainieren

Dr. Schmude spricht als Betroffener – und als überzeugter Optimist. „Schlechte Zeiten gehen wieder vorbei.“ Entscheidend ist, worauf man den eigenen Fokus richtet. Statt sich von Angst und negativen Gedanken dominieren zu lassen, ermutigt er die Zuhörer*innen, bewusst Zuversicht und Hoffnung zu trainieren. Es geht nicht um Verdrängung – im Gegenteil: Emotionen dürfen und sollen zugelassen werden. Trauer, Wut und Angst haben ihren Platz. Wichtig ist, nicht in ihnen stecken zu bleiben.

Ein eindringlicher Rat des Referenten: Krankheiten nicht exzessiv googeln. Manche Informationen im Internet sind unseriös und versprechen vergeblich schnelle Heilung. Stattdessen plädiert er für mehr Vertrauen in Ärzt*innen und therapeutische Begleitung sowie für das offene Gespräch mit Fachleuten.

Zudem kann jede*r selbst aktiv werden. Schmude gibt alltagstaugliche Impulse zu Bewegung, Ernährung und zur Stärkung des Immunsystems. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Visualisierungsübungen. Innere Bilder helfen, schwierige Therapiephasen besser zu bewältigen – etwa die Vorstellung, wie der Tumor im Körper „aufgefressen“ oder abgebaut wird. Solche Bilder fördern Zuversicht und innere Aktivität. Als täglicher Leitsatz empfiehlt er eine klare, positive Selbstansprache: „Ich werde wieder gesund.“

Engagement über die eigene Geschichte hinaus

Der in Frankfurt geborene Arzt gründet 2013 den gemeinnützigen Verein STARK gegen KREBS e. V. Seitdem ist er bundesweit mit Motivationsvorträgen unterwegs – inzwischen sind es mehr als 170. Dabei sammelt er Spendengelder für karitative Einrichtungen, Reise- und Hotelkosten trägt er selbst. Für sein Engagement erhält er 2021 das Bundesverdienstkreuz. In seinem Buch „Zitrone im Kopf“ gibt er seine Erfahrungen weiter. Sein Credo bleibt hängen – stark, klar, lebensnah:
„Ich hab Krebs. Aber der Krebs hat ein Problem. Nämlich mich.“

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