Skip to content

In Schleswig-Holstein erkranken laut dem Krebsregister Schleswig-Holstein jährlich über 19.400 Menschen neu an Krebs – mit steigender Tendenz. Ein Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung in der Bevölkerung. Wir werden immer älter und somit insgesamt anfälliger für Krebs. Ein weiterer Faktor für steigende Zahlen, der oft übersehen wird, ist unser Lebensstil“, berichtet Vanessa Boy von der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V. „Die gute Nachricht: Daran können wir etwas ändern, indem wir zum Beispiel nicht rauchen, unsere Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten umstellen und uns vor zu viel Sonne schützen.“ Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) geht davon aus, dass rund 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten.

„Das ist ein unglaubliches Potenzial und Grund für unser Engagement im Rahmen der Krebsprävention“, so Vanessa Boy.

Jede(r) kann sein persönliches Risiko, an Krebs zu erkranken, senken. Zwölf Empfehlungen des Europäischen Kodexes zur Krebsbekämpfung helfen dabei:

  1. Nicht Rauchen: Rauchen ist ungesund. Das ist eindeutig belegt. Nicht nur Lungenkrebs, sondern auch eine ganze Reihe anderer Krebsarten können durch Rauchen ausgelöst werden.
  2. Rauchfreie Umgebung: Auch Passivrauchen ist gesundheitsschädlich und kann Krebs auslösen. Rauch sollte aus Innenräumen verbannt werden.
  3. Gesundes Körpergewicht: Wer sich ausgewogen ernährt und sich ausreichend bewegt, hält den Energiehaushalt im Gleichgewicht. Übergewicht gilt als Risikofaktor für Krebs.
  4. Mehr Bewegung: Menschen, die sich viel bewegen, senken ihr Risiko, zumindest an einigen der häufigsten Krebsarten zu erkranken.
  5. Ausgewogene Ernährung: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sind top. Kalorienreiche Nahrungsmittel mit hohem Fett- oder Zuckergehalt eher ein Flop. Ebenfalls empfehlenswert: weniger rotes Fleisch, Wurstwaren und Salz.
  6. Wenig oder besser kein Alkohol: Alkohol ist gesellschaftlich anerkannt und wirkt harmlos, dabei kann er krank und abhängig machen. Und er kann auch die Krebsentstehung beeinflussen.
  7. Sonnenschutz: Gesunde Bräune gibt es nicht. Die Bräunung ist eine Schutzreaktion der Haut. Ultraviolette (UV)-Strahlung ist eindeutig krebserzeugend. Das gilt sowohl für die ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlung als auch für das in Solarien abgestrahlte UV-Licht. Daher Solarien und starke Sonne meiden, Haut mit Kleidung und Sonnencreme schützen.
  8. Schutz vor krebserregenden Stoffen am Arbeitsplatz: Arbeitnehmer*innen sollten auf Sicherheitshinweise an ihrem Arbeitsplatz achten und sich an die jeweiligen Vorschriften halten.
  9. Radon-Belastung Zuhause: Radon kommt überall in der Umwelt vor. Es bildet sich im Erdboden und lässt sich messen. Erstmaßnahmen bei zu hohen Werten: regelmäßig lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten.
  10. Babys stillen: Stillen kann vor Brustkrebs schützen. Wenn möglich, sollten Mütter ihre Kinder stillen.
  11. Impfungen gegen Krebs: Für Neugeborene wird die Impfung gegen Hepatitis B empfohlen, da das Hepatitis-B-Virus Leberkrebs verursachen kann. Mädchen und Jungen sollten zudem gegen das Humane Papillomavirus (HPV) geimpft werden, das Gebärmutterhalskrebs und verschiedene andere Krebsarten auslösen kann.
  12. Angebote zur Krebsfrüherkennung nutzen: In Deutschland gibt es eine Reihe von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen, die gesetzlich Krankenversicherte in Anspruch nehmen können, zum Beispiel die Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie), das Hautkrebs-Screening, das Mammographie-Screening oder die gynäkologischen Früherkennungsuntersuchungen.

Auf die Bedeutung des Selbstchecks zur Hodenkrebsfrüherkennung macht die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft mit der Kampagne „Gib Hodenkrebs keine Chance“ aufmerksam. Hodenkrebs ist mit etwa 4200 Neuerkrankungen im Jahr zwar eine vergleichsweise seltene Krebserkrankung, betrifft aber vor allem sehr junge Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 38 Jahren. Eine gesetzliche Früherkennung gibt es nicht. Daher wird empfohlen, „die Sache selbst in die Hand zu nehmen“ und ab einem Alter von 14 Jahren seine Hoden einmal im Monat abzutasten. Denn Hodenkrebs geht früh entdeckt mit einer sehr guten Überlebenswahrscheinlichkeit einher. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.checkdichselbst.de.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ich gehe regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Schön zu lesen, dass man aber auch auf Alkohol verzichten sollte, um das Risiko zu senken. Dennoch wird man auch hierdurch keine 100% Sicherheit bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

An den Anfang scrollen