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Prof. Dr. Nicolai Maass und Britta Andresen, ehrenamtliche Teamleiterin in der Angehörigenwohnung in Kiel. Foto: SHKG

Vor 15 Jahren eröffnete die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. in Kiel die erste Angehörigenwohnung – ein Rückzugsort für Menschen, deren Angehörige schwer an Krebs erkrankt sind. Die Idee: eine wohnliche, temporäre Unterkunft in unmittelbarer Nähe zur Klinik, die in einer belastenden Ausnahmesituation etwas Halt gibt. Seit nunmehr elf Jahren gibt es auch in Lübeck ein solches Angebot. Was als praktische Unterstützung begann, ist für viele Betroffene längst zu einem emotionalen Anker geworden. Zum Jubiläum der Kieler Einrichtung kamen Ehrenamtliche, Unterstützer*innen und Verantwortliche zu einer Feierstunde zusammen, um das Bestehen und die Bedeutung der Wohnung zu würdigen.

Viele Familienmitglieder und Freund*innen von Krebspatient*innen möchten den Betroffenen während der Therapie beistehen. Doch das stellt Angehörige oft vor erhebliche Probleme – vor allem, wenn die Patient*innen außerhalb ihres Wohnortes behandelt werden. Das bedeutet entweder tägliche weite Fahrten oder hohe Kosten für ein Hotelzimmer – eine enorme Belastung in einer ohnehin schon schwierigen Ausnahmesituation. „Die Angehörigenwohnung in der Annenstraße 74 in Kiel schenkt Verwandten und Freund*innen von Krebsbetroffenen für die Zeit der Therapie ein kostenloses Zuhause auf Zeit und entlastet sie dadurch spürbar“, sagt Prof. Dr. med. Nicolai Maass, stellvertretender Vorsitzender der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V.: „Sie wird zu einem Stützpunkt für die Angehörigen, an den sie jeden Abend zurückkehren, zur Ruhe kommen und Kräfte sammeln können.“

Betreuung durch ehrenamtliches Team

Organisiert wird die Wohnung von einem siebenköpfigen Team aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Sie kümmern sich nicht nur um die Zimmervergabe, sondern sind auch vor Ort, um für die Bewohner*innen da zu sein, ihnen Mut zu machen und Hoffnung zu schenken. „Mit der Angehörigenwohnung bieten wir den Betroffenen einen Rückzugsort nach dem Klinikalltag und werden durch die gezeigte Dankbarkeit jederzeit in unserem Ehrenamt bereichert!“, sagt Britta Andresen, Koordinatorin der Einrichtung. „Das Team versucht die Wohnung so angenehm wie möglich zu machen“, sagt Margit Kruse. Sie unterstützte das Team acht Jahre lang und empfand ihr Ehrenamt immer als erfüllende Aufgabe: „Wir können den Angehörigen wirklich helfen. Oftmals reicht es, einfach nur zuzuhören.“ Die Schicksale der Gäste sind ganz unterschiedlich – doch sie alle, egal ob Ehepartner*innen, Familienangehörige oder Freund*innen, schätzen diesen Rückzugsort enorm. Ihre große Dankbarkeit zeigt sich auch in den Einträgen im Gästebuch. Hier ein paar anonyme Auszüge:

 

Durch Spenden finanziert

Finanziert wird die Angehörigenwohnung durch Spenden. Besonders große Unterstützung erhielt das Projekt durch die Initiative „Dietrichsdorf sammelt“ um Uwe Göllner, der 2023 Spendengelder in Höhe von über 5000 Euro für die Wohnung sammelte. „Wenn ein Familienmitglied oder eine nahestehende Person an Krebs erkrankt, stellt die veränderte Situation auch für die Angehörigen eine enorme Belastung dar. Daher ist es wichtig, dass wir sie in dieser besonderen Situation unterstützen und ihnen Entlastung, Hoffnung und Mut schenken“, sagt Göllner.

Hier geht es zum Video über die Angehörigenwohnungen in Kiel und Lübeck, entstanden 2023: https://www.krebsgesellschaft-sh.de/angebote/angehoerigenwohnung/

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