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Foto: atlasstudio

Wenn jemand in der Familie an Krebs erkrankt, verändert sich das Leben der ganzen Familie. Arzttermine, Therapien und Sorgen bestimmen häufig den Alltag. Auch Kinder und Jugendliche spüren, dass etwas nicht stimmt. Sie machen sich Gedanken, haben Fragen oder stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück, um die Eltern nicht zusätzlich zu belasten. Dabei brauchen gerade sie Aufmerksamkeit, verlässliche Ansprechpersonen und Raum für ihre Gefühle. Zum Welttag für Kinder krebskranker Eltern am 8. November macht die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. auf die Situation der Kinder und Jugendlichen aufmerksam.

Kinder brauchen Raum für das, was sie bewegt

Kinder erleben die Krebserkrankung eines Familienmitglieds je nach Alter und Entwicklungsstand unterschiedlich. „Manche möchten viel wissen und stellen zahlreiche Fragen, andere ziehen sich zurück oder versuchen, im Alltag möglichst unauffällig zu bleiben. Sorgen, Unsicherheit und Ängste können dabei ebenso ihren Platz haben wie Wut, Traurigkeit oder der Wunsch nach Ablenkung“, weiß Kirsten Walsemann, Geschäftsführerin der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V. Wichtig ist, Kinder altersgerecht und ehrlich über die Erkrankung zu informieren und ihre Fragen ernst zu nehmen. Sie sollten wissen, dass sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht allein sind. Gleichzeitig brauchen sie die Erlaubnis, weiterhin unbeschwert zu sein, Freundschaften zu pflegen, zu spielen und eigene Interessen zu verfolgen. Denn auch wenn zu Hause vieles anders ist, dürfen Kinder lachen, Spaß haben und einfach Kind sein.

Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. bietet Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen Beratung, Begleitung und vielfältige Unterstützungsangebote. Dazu gehören je nach Standort auch spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche, deren Mutter oder Vater an Krebs erkrankt ist.

Auszeit vom belastenden Alltag

In Lübeck hat die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. vor 6 Jahren das Projekt „Time-Out“ ins Leben gerufen. Bei Time-Out haben Kinder und Jugendliche krebskranker Eltern die Möglichkeit, den Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen. Gemeinsam etwas unternehmen, neue Erfahrungen sammeln und miteinander lachen: Im Mittelpunkt stehen die jungen Menschen selbst und das, was ihnen Freude macht. „Wir möchten mit dem Projekt den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, abzuschalten und einfach unbeschwert Spaß zu haben“, sagt Alessandra Hartke, studentische Leiterin des Projekts „Time Out“. Die gemeinsame Zeit ermöglicht Begegnungen mit anderen Kindern und Jugendlichen, die eine ähnliche familiäre Situation kennen. Die Erkrankung muss dabei nicht immer Thema sein. Vielmehr geht es darum, unbeschwerte Momente zu erleben und Freiräume zu schaffen – auch dann, wenn zu Hause ein Elternteil krank ist.

Mit Kunst Gefühle ausdrücken

Das Projekt „Lebensmut“ in Kiel richtet sich ebenfalls an Kinder, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. „Das therapeutische Kunstangebot eröffnet den Kids einen geschützten Raum, um sich kreativ auszudrücken“, sagt Kunsttherapeutin Kristine Strelow. Mit Farben, Formen und unterschiedlichen Materialien können sie Gedanken und Gefühle sichtbar machen, für die es manchmal noch keine passenden Worte gibt. Dabei geht es nicht darum, ein perfektes Kunstwerk zu schaffen. Vielmehr stehen das eigene Erleben, das Ausprobieren und der kreative Ausdruck im Mittelpunkt. Die Kinder dürfen entdecken, was sie beschäftigt, und erfahren, dass ihre Gefühle Raum haben.

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